Indizien

Die Fülle der Quellen, Hinweise und Indizien, die in ihrer gegenseitigen Verschränkung die Richtigkeit der Behauptungen in den vorstehenden Teilen dieser Website belegen, kann hier nur in wenigen, besonders eindrucksvollen Beispielen angeführt werden. Im Laufe jahrelanger Forschungen ist durch Beiträge vieler Beteiligter ein dichtes Netz von Erkenntnissen entstanden, das häufig ein Wissenschaftsgebiet mit einem anderen verknüpft und von dort wieder zu noch anderen weist. Das ist der Vorteil der hier angewandten Untersuchungsmethoden. In der Geistswissenschaft der Geschichtsforschung ist diese fachübergreifende Betrachtungsweise allerdings noch die Ausnahme.

Pferdegräber

Archäologische Forschungen in Mitteleuropa haben inzwischen mehrere hundert Grab-stätten für Pferde gefunden, zwar in der Nähe menschlicher Körpergrabfelder, aber ohne die Leiche eines Reiters. Fast immer handelte es sich dabei um junge Hengste. Diese Sitte begann erst im 5. Jh. n. Chr., ist aber z. T. bis ins 9. Jh. ausgeübt worden. Man hat sie für einen Brauch gehalten, den die Germanen in Mitteleuropa plötzlich von Reiternomaden übernommen hätten.  Er war jedoch keineswegs bei allen Germanen bekannt, im übrigen gegenüber den vielen bekannten Körpergräbern von Germanen sehr selten. Dieser Opferbrauch stammt nicht etwa von den Hunnen, sondern war typisch sarmatisch und ein Pferdeopfer für hohe Adlige.

Sehr auffällig ist die regionale Verteilung dieser Gräber (→ siehe die Karte: Pferdegräber in Deutschland). Aus ihr wurden die ersten Hypothesen zur Auswanderung verschiedener Sarmatengruppen nach Mitteleuropa entwickelt.  (→ Die Ausbreitung der Sarmaten…) .Das Studium kaum je beachteter Stellen in der antiken Geschichtsliteratur (Jordanes, Gregor von Tours u.a.) ergab plausible Hinweise auf solche Wanderungen im 5. Jh.

Pferdegräber in Deutschland in der Merowingerzeit

„Schach“ in Wappen, der Sprache und der Sage

Sehr alte Zeichen auf Wappen von Adelsfamilien, später Grafschaften, Gemeinden usw.,   kommen wiederum in  einigen Gebieten gehäuft vor, in denen Pferdegräber gefunden worden sind, aber nicht in allen. Es handelt sich um „geschachte“ Reihen von Karos in zwei Farben, hauptsächlich rot und weiß; in der Heraldik sonst sehr selten. Die Wappen der sehr alten westfälischen Grafschaft Mark und des modernen Staates Kroatien zeigen z.B. dieses gleiche Bild. Das Symbol solcher Wappenzeichen muss viel älter sein als das Schachspiel, das erst ab dem hohen Mittelalter in Europa bekannt wurde.

Der gemeinsame Ursprung des  S y m b o l s  „geschachte Karos“, des Spiel b r e t t s  des Schachspiels, und des  N a m e n s  dieses Spiels dürfte im persischen Wort „Schah = König, Adliger“ wurzeln. So muss bei den sprachlich verwandten Sarmaten die Adelsklasse geheißen haben, und ihre Angehörigen trugen als Abzeichen einen rot-weiß karierten Wollmantel. Daraus hat sich später, nach der Entstehung der mitteleuropäischen Heraldik, das „geschachte Wappenbild“ entwickelt.

In der Sprache der Germanen im heutigen Westfalen, denen Sarmaten zuerst gegenübertraten, hat sich der Name „Schachmänner“ als frühe Gegner und „Übeltäter“ eingeprägt, woraus bald der negative Begriff „Schächer“ im Deutschen entstand. Das Wort „Schach-männer“ taucht in der sog. „deutschen Heldensage“ um Dietrich von Bern und die Nibelungen auf („Thidrekssaga“), die nach dem Stand der modernen Sagenforschung wenigstens in einigen Kernen echte Vorgänge aus der Völkerwanderungszeit im nördlichen Deutschland berichtet.

Alte schriftliche Texte

Eine Untersuchungsreihe völlig anderer Art war die nochmalige sorgfältige Überprüfung  schriftlicher Texte, die angeblich mit der frühen Geschichte der „Franken“ und den Königen aus der Merowinger-Dynastie zu tun hatten. Ein früher Buchdruck aus dem Jahr 1515, eine vom gelehrten Abt Trithemius herausgegebene „Geschichte der Könige und des Volkes der Franken“, ( Abb. einer Seite) enthielt erstaunliche Informationen über sie. Allerdings wurde dieses Buch von Anfang an für völlig erfunden und  sein Herausgeber für unglaubwürdig gehalten. Es galt sogar in der modernen Geschichtswissenschaft als Musterbeispiel willkürlicher Erfindungen über die Vergangenheit im Zeitalter des Humanismus.

Geschichte der Könige und des Volkes der Franken

Doch eine genauere Betrachtung des lateinischen Wortlauts und der Umstände, wie es zu diesem Buch gekommen war, konnte feststellen, dass wenigstens ein kleiner Prozentsatz der Informationen darin mit großer Wahrscheinlichkeit echtes Wissen aus der frühesten Geschichte des sarmatischen Draco der Sicambier enthielt. Hier konnte die Quelle von geheimnisvollen Listen von Namen angeblicher Könige, Vorfahren Merowechs und Chlodwigs, die in modernen Veröffentlichungen obskurer Art auftauchten, ermittelt werden, sowie der zeitliche und inhaltliche Zusammenhang zahlreicher Schriftdokumente aus den letzten 1500 Jahren. Sie waren der Geschichtswissenschaft teilweise stets bekannt gewesen, aber falsch gedeutet worden, teilweise stellte sich heraus, dass es gewisse alte Schriftwerke gegeben haben  m u s s , die Hinweise enthielten, auch wenn heute keine Spur davon mehr in Archiven u. ä. zu finden ist.

Die Ausdeutung dieser längst bekannten Dokumente unter Beachtung der neu entdeckten Spuren ermöglichte eine völlig neue, realistische Sicht des Weges und der Schicksale der Vorfahren der Menschen, die später von sich behaupteten, schon immer Könige der Franken gewesen zu sein